Branche zeigt in LEE-Befragung getrübten Optimismus

Branchenindex: LEE Berlin Brandenburg startet Stimmungsbarometer

Branche zeigt in LEE-Befragung getrübten Optimismus

Wie bewerten die hiesigen Akteure der Erneuerbaren Energien ihre aktuelle Geschäftslage – und wie blicken sie in die Zukunft? Was erwarten sie von der neuen Regierung im Bund? Der erste Branchenindex des LEE Berlin Brandenburg zeichnet das Bild einer selbstbewussten Branche, die sich auf Gegenwind einstellt.

Im Mai und Juni 2025 hat der LEE Berlin Brandenburg seine Mitglieder für die erste Auflage des LEE-Branchenindex befragt. Die anonyme, qualitative Online-Erhebung soll künftig jährlich wiederholt werden. Ziel ist eine langfristige Beobachtung der Branchenstimmung.

Bürokratie bremst, politischer Wandel verunsichert

Der diesjährige Index zeigt eine ambivalente Stimmung zwischen Optimismus und Bedenken. Kurz nach Amtsantritt der neuen Bundesregierung beklagen viele der Befragten sinkende Planungs- und Investitionssicherheit.

Sie erwarten künftig weniger Unterstützung beim Ausbau der Erneuerbaren und nehmen einen aufziehenden „kommunalen Gegenwind“ wahr, der neue Projekte erschwere. Einzelne Projektierer gaben an, dass sie in den zurückliegenden zwölf Monaten manche Anlagen aufgrund von Planungshürden oder unzureichender Netzanschlüsse nicht wie vorgesehen errichten konnten. Insgesamt bewertet die Hälfte der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als „schlecht“, „eher schlecht“ oder „weder gut noch schlecht“, ein Drittel erwartet diesbezüglich keine oder eine leicht negative Veränderung im kommenden Geschäftsjahr.

Als Hindernis für eine bessere Geschäftsentwicklung nennt jeweils rund die Hälfte der Branchenakteure eine zu langsame Bürokratie, besonders in Bezug auf Genehmigungsprozesse, sowie eine sinkende bzw. fehlende Akzeptanz vor Ort. Auch steigende Kosten für Material, Energie und Personal, mangelnde Digitalisierung sowie strenge Arten- und Naturschutzvorgaben werden als Antworten genannt.

Branche noch mehrheitlich optimistisch

Trotz allem blickt die Mehrheit der Befragten eher optimistisch in die Zukunft. So bewertet die Hälfte der Branchenakteure ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „eher gut“, zwei Drittel rechnen mit einer leichten oder deutlichen Verbesserung im kommenden Jahr. Unter den speziell befragten Projektierern gehen sogar 80 % davon aus, im laufenden Geschäftsjahr mehr EE-Anlagen zu bauen als 2024. Zu den Gründen zählen sie verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen, positive Kommunalbeschlüsse und ein Hochlauf bei Genehmigungen – Effekte früherer Politik also, die in Zukunft wohl erneut verteidigt werden müssen.

„Wir beobachten schon jetzt, dass Diskussionen neu geführt werden, die eigentlich längst abgeschlossen waren“, kommentiert Sebastian Haase, Geschäftsführer des LEE Berlin Brandenburg, das Stimmungsbild. „Wenn das letztlich zu energiepolitischen Rückschritten führt, führt es auch zu Wirtschaftseinbußen der Kommunen und der Branche.“ Umso wichtiger sei, dass alle relevanten Akteure im produktiven Austausch bleiben und sich nicht von den Wolken am Horizont einschüchtern lassen. „Die Erneuerbaren haben bewiesen, dass sie verlässlich sauberen Strom in ausreichender Menge liefern. Die Menschen sehen, wie ihr Wohnort finanziell davon profitiert. Wir leisten gute, überzeugende Arbeit. Und das werden wir in einem schwieriger werdenden Umfeld weiterhin tun.“

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