Gemeinsame Pressemitteilung des BEE und LEE BB – 19. Mai 2026

BEE und LEE Berlin Brandenburg (LEE BB) fordern von Energieministerkonferenz klares Signal für Energiewende

Berlin/Potsdam, 19.05.2026 – Die Energieminister der Bundesländer kommen am 20. Mai auf Norderney unter dem Eindruck einer seit über zehn Wochen andauernden globalen fossilen Energiepreiskrise zusammen. Der BEE und der LEE BB fordern von der Runde ein klares Signal für die Energiewende.

Der Krieg im Iran treibt die Preise für fossile Energieträger seit Februar. Die Abhängigkeit von teuren Öl- und Gasimporten belastet Wirtschaft und Verbraucher gleichermaßen – die Versäumnisse bei der Verkehrs- und der Wärmewende sind für alle spürbar. Dass die Strompreise im Land diese extremen Preissprünge nicht mitgemacht haben, liegt am erfolgreichen Ausbau der Erneuerbaren in der Stromversorgung: Der große Anteil erneuerbarer Energien am Strommix wirkt nachweislich preisdämpfend.

BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser: „Die aktuelle Energiekrise zeigt erneut: Erneuerbare Energien stärken Versorgungssicherheit, stabilisieren Preise und schaffen Wertschöpfung vor Ort. Gerade deshalb erwarten wir von der Energieministerkonferenz ein klares Signal für die Energiewende, gegen bundespolitische Bremsversuche und für verlässliche Investitionsbedingungen in allen Sektoren.”

LEE Berlin Brandenburg, Vorsitzender Jan Hinrich Glahr: „Die Entwürfe zu EEG und Netzpaket gefährden den brandenburgischen Energieumbau und die Berliner Wärmewende massiv. Unsere stark verunsicherte Branche braucht jetzt verlässliche Rahmenbedingungen für Ausbau und Marktintegration der Erneuerbaren Energie. Die Energieministerkonferenz muss ein deutliches Signal für Investitionssicherheit und Standortvorteil durch Erneuerbare senden.“

Der Kurs des Bundeswirtschaftsministeriums steht im Widerspruch zur Bedeutung der Erneuerbaren für Resilienz und regionale Wertschöpfung. Mit einer Reihe von Gesetzesentwürfen – EEG, Netzpaket, Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG, vorher Kraftwerksstrategie) sowie Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) – droht der Ausbau der Erneuerbaren massiv ausgebremst zu werden. Der dringend notwendige Umbau des bislang fossil dominierten Energiesystems würde damit um Jahre verzögert.

Die geplanten Regelungen treffen unterschiedlichste Bereiche der Energiewende. Förderstopp und der Zwang zur Selbstvermarktung bei Dach-PV-Anlagen würde vielen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe verwehren und wichtige Akteure der Energiewende faktisch ausschließen. Gleichzeitig belastet der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket erneuerbare Großprojekte über Jahre mit unkalkulierbaren Risiken und macht sie damit vielerorts unfinanzierbar.

Während das Bundeswirtschaftsministerium auf der einen Seite die Rahmenbedingungen für Erneuerbare umfassend verschlechtern will, sollen fossile Energieträger bevorzugt werden: Das StromVKG bevorzugt klar Gas als wichtigsten Energieträger, Speicher und Biogas werden bei den Ausschreibungen diskriminiert. Auch beim GModG gibt es Rückschritte zugunsten fossil betriebener Heizungsanlagen, die länger und mit einem geringeren Anteil erneuerbarer Energieträger betrieben werden dürfen.

Dieser Kurs verhindert nicht nur Planbarkeit und ist Gift für Investitionen in Erneuerbare, die die Länder und Kommunen benötigen; er gefährdet auch das Erreichen der Klimaziele und die Akzeptanz vor Ort.

 

Pressekontakt:

Landesverband Erneuerbare Energien
Berlin Brandenburg e. V.
Sebastian Haase, Geschäftsführer

Telefon: 0331 27342 884
Mobil: 0157 78873185
E-Mail: ed.bb-eel@ofni

Bundesverband Erneuerbare Energien e. V. (BEE)
Denise Schöwing, Pressestelle

Mobil: 01511 7123011
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