Pressemitteilung – 6. August 2026
Solarausbau auf Freiflächen: Brandenburger Kommunen profitieren vom schnellen Ausbau der Sonnenenergie
Berlin/Brandenburg, 28. Juli 2026. Der Ausbau der Photovoltaik auf Freiflächen legt weiter deutlich zu: Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 4.123 Megawatt (MW) neu installiert – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders dynamisch ist die Entwicklung in Brandenburg: Mit 692 MW Zubau (Vorjahr: 248 MW) wuchs die installierte Leistung hier fast drei Mal so stark wie im ersten Halbjahr 2025. Die installierte Leistung auf der Fläche Brandenburgs steigt auf 6.758 MW (Deutschland gesamt: 44.100 MW). Das zeigen die Daten, die jetzt die Fachagentur für Wind und Solar vorgestellt hat.
Insgesamt sind in Brandenburg aktuell Solaranlagen mit rund 9.600 Megawatt Leistung in Betrieb – das Ausbauziel für 2030 sieht 18.000 Megawatt Leistung vor. Um das Ziel noch zu erreichen, müssen in den kommenden vier Jahren in Brandenburg Anlagen mit jeweils rund 2000 Megawatt neu installiert werden.
„Um die Energieziele 2030 zu erreichen, musste Brandenburg das Tempo deutlich beschleunigen. Das hat man getan, wie das erste Halbjahr dieses Jahres eindrucksvoll zeigt. Die Richtung stimmt, nun heißt es – dranbleiben und nicht nachlassen“, sagt Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des LEE Berlin Brandenburg.
Vom Ausbau profitieren auch die Kommunen stark: Neben der freiwilligen Beteiligung nach § 6 EEG (bis zu 0,2 Ct/kWh) profitieren die Gemeinden in Brandenburg zusätzlich vom sogenannten Solareuro: Betreiber von PV-Freiflächenanlagen zahlen verpflichtend 2.000 Euro pro installiertem Megawatt und Jahr an die Standortgemeinde. Allein für den Zubau des ersten Halbjahres 2026 (692 MW) ergeben sich so zusätzliche jährliche Einnahmen von bis zu 1,38 Millionen Euro für die Kommunen.
Auch bei der installierten Solarenergie pro Fläche liegt Brandenburg vorn: 228 kW/km² stehen einem Bundesdurchschnitt von 123,2 kW/km² gegenüber. Beim Verhältnis von Dach- zu Freiflächenanlagen liegt Brandenburg im allgemeinen Deutschlandtrend. Im ersten Halbjahr 2026 gab es deutlich mehr Photovoltaik auf der Freifläche als auf Dächern und Balkonen.
Bundespolitik bremst
Der positive Trend in Brandenburg wird durch die aktuelle Bundesregierung bedroht. Planungs- und Investitionssicherheit sinken. Das liegt einerseits an der negativen Kommunikation der Bundesregierung sowie neuen Gesetzesentwürfen. Andererseits werden drängende Probleme wie der schleppende Ausbau der Verteilnetze nicht konsequent gelöst.
Zu der geplanten Streichung der EEG-Vergütung bei kleinen PV-Anlagen kommentiert Glahr: „Wenn die Vergütung für kleine PV-Anlagen gestrichen wird, muss ein neuer Anreiz geschaffen werden, damit weiterhin viele Privatpersonen und Kommunen die Energiewende mitgestalten. Das ist leider nicht der Fall, Frau Reiche bremst!“
Der EEG-Entwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht vor, diese feste Einspeisevergütung nach einer Übergangsphase ganz zu streichen – für Anlagen bis 25 kWp ab 1. Januar 2029, für Anlagen bis 7 kW ab 1. Januar 2030. Betreiberkleiner Dach-PV-Anlagen haben dann nur noch schlechte Optionen: Strom ohne jede Vergütung einspeisen, die Anlage drosseln oder einen Dienstleister mit der Direktvermarktung beauftragen. Alle drei Option haben eines gemeinsam, man wird mindestens zwei Mal überlegen, ob man investiert.
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