LEE-Befragung zeigt deutlich eingetrübte Stimmung der EE-Branche

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Zweiter Branchenindex des LEE Berlin Brandenburg

LEE-Befragung zeigt deutlich eingetrübte Stimmung der EE-Branche

Wie schätzen die Akteure der Erneuerbaren Energien in Berlin und Brandenburg ihre aktuelle Geschäftslage ein, und was erwarten sie für die Zukunft? Das Ergebnis des zweiten LEE-Branchenindex fällt mit Blick auf die politische Entwicklung pessimistisch aus.

Kurz nach dem Antritt der Bundesregierung im Mai 2025 hatte der LEE Berlin Brandenburg erstmals seine Mitglieder für den Branchenindex befragt. Nun liegen die neuen Ergebnisse für 2026 vor. Sie zeigen: Der vorsichtige Optimismus des Vorjahres ist vor allem in der Windbranche einer handfesten Verunsicherung gewichen.

So bewertet nur rund ein Drittel der Befragten (33 %) ihre Geschäftslage im laufenden Jahr als gut oder eher gut – im Vorjahr war es noch die Hälfte. Zwei Drittel der Akteure (63 %) sagen zudem, es gehe ihnen heute wirtschaftlich schlechter als vor zwölf Monaten.

Die Mehrheit der Befragten (52 %) erwartet eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten, bei den Akteuren der Windbranche sind es sogar 58 %. Dies deckt sich mit einer aktuellen Erhebung der IG Metall Küste, laut der 54 % der befragten Betriebsräte von einer negativen Entwicklung der Windindustrie in den kommenden Jahren ausgehen. Die Solarbranche in Berlin und Brandenburg blickt ebenfalls pessimistisch in die Zukunft: Dort rechnet rund die Hälfte der befragten Akteure sowohl mit einer deutlichen Verschlechterung der Geschäftslage als auch mit Arbeitsplatzabbau.

Nur noch jeder zehnte Branchenakteur (11 %) erwartet hingegen eine Verbesserung seiner Geschäftslage. Im Vorjahr waren es noch zwei Drittel der Befragten. Hier zeigt sich der Stimmungsumschwung am dramatischsten.

Auch beim Zubau neuer EE-Anlagen zeichnet sich ein besorgniserregendes Bild: Mit einem Zuwachs rechnet kaum jemand (15 %), die Hälfte der Akteure erwartet 2026 weniger neue Anlagen als im Vorjahr – und das spartenübergreifend.

EEG-Novelle und Netzanschlusspaket bedrohen Geschäftslage

Befragt nach den Hauptgründen für die negative Entwicklung, nennen 85 % der Akteure über alle Energiesparten hinweg eine fehlende Planbarkeit und schwierige politische Rahmenbedingungen. Danach folgen steigende Kosten für Material, Energie und Personal (46 %) sowie Bürokratie und der Aufwand der Genehmigungsverfahren (38 %) als Gründe.

Besonders deutlich äußert sich die Branche zu den laufenden Gesetzesvorhaben: Drei Viertel aller Befragten (75 %) erwarten von der EEG-Novelle und dem Netzanschlusspaket – so wie sie aktuell vorliegen – negative Auswirkungen auf ihre Geschäftslage. Bei der Frage nach konkreten Bedenken wurde der geplante Redispatch-Vorbehalt von nahezu allen Akteuren heftig kritisiert, daneben auch Aspekte des Netzzugangs und der Netzentgelte.

Branche fordert „klares politisches Bekenntnis zur Energiewende“

„Wenn die überwältigende Mehrheit der befragten Branchenakteure befürchtet, durch die Gesetzesvorhaben der Bundesregierung wirtschaftlichen Schaden zu nehmen, dann ist das ein Alarmsignal“, warnt Sebastian Haase, Geschäftsführer des LEE Berlin Brandenburg. „Sowohl für den Standort Brandenburg als auch für die Klimaziele. Der Redispatch-Vorbehalt darf so nicht kommen. Unser Branchenindex zeigt eindeutig: Binnen eines Jahres ist die Stimmung gekippt, Investitionen in Milliardenhöhe sind gefährdet. Was wir jetzt brauchen, ist wieder mehr Verlässlichkeit. Die befragten Unternehmen forderten ein klares politisches Bekenntnis zur Energiewende. Dieser Forderung kann ich mich nur anschließen.“

Die Online-Befragung für den zweiten LEE-Branchenindex wurde im August und September 2026 durchgeführt. Die Auswertung umfasst die Antworten von 30 Unternehmen aus Brandenburg: 50 Prozent der Unternehmen gaben an, zwischen 10 und 250 Mitarbeitende zu beschäftigen, 37,5 Prozent haben weniger als 10 Mitarbeitende und 12,5 Prozent mehr als 250 Beschäftigte. Eingeladen zur Umfrage waren Mitglieder des LEE Berlin Brandenburg sowie Betreiber von Anlagen der Erneuerbaren Energien, die ihren Firmensitz in Brandenburg haben und deren Hauptgeschäftsfeld bei den Erneuerbaren Energien liegt.

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